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Inhalt
TH Ausgabe 07.09
FOYER
Jürgen Gosch – 9.9.1943–11.6.2009

DAS STÜCK
Dirk Laucke kennt sich mit Leuten aus, die selbst nicht unbedingt ins Theater gehen würden. Für das Theater ist das zweifellos eine Bereicherung, macht es aber nicht leichter, auf der Bühne von ihnen zu erzählen. Über neue Laucke-Stücke in Heidelberg und Osnabrück – «Der kalte Kuss von warmem Bier» (der vollständige Stückabdruck liegt diesem Heft bei) und «zu jung zu alt zu deutsch» – auf den Seiten 32–35

CHORKÖRPER
«Wo ist die Störung?»
Ein Gespräch mit dem Chorleiter Bernd Freytag über die Arbeit mit Einar Schleef und Volker Lösch, über Hebung, Senkung, Zäsur und die Klassenkampffrage

Ulrike Kahle-Steinweh Jeder Chor begründet eine Welt
Erfahrungsbericht einer Theaterkritikerin, die für eine Chorarbeit mit Volker Lösch die Seiten gewechselt hat

Hajo Kurzenberger Die Kraft der Gruppe
Der Chor-Körper in der Theatergeschichte in sechs Stationen

AUFFÜHRUNGEN
Franz Wille Mulligatawny Soup
Antikenprojekte in Berlin und Köln: Jossi Wieler inszeniert in der Schaubühne Goethes «Iphigenie», Dimiter Gotscheff stellt Heiner Müllers «Prometheus» vor die Volksbühne, Karin Henkels «Iphigenie» stammt von Soeren Voima

NEUE STÜCKE
Christine Wahl Nacht der Wölfe
Albert Ostermaier stellt «Blaue Spiegel» ins Berliner Ensemble, das Hamburger Thalia Theater feiert die «Lange Nacht der Autoren»

Eva Behrendt Arschblau für immer
Dirk Laucke in Heidelberg und Osnabrück: «Der kalte Kuss von warmem Bier» und «zu jung zu alt zu deutsch» hadern mit der Heimat

Christine Dössel Der Terrorist, dem keiner glaubt
Philipp Löhles neues Stück «Die Unsicherheit der Sachlage» in Bochum

REPORT TÜBINGEN
Ulrike Kahle-Steinweh «Von selbst geht gar nichts»
In der Universitätsstadt Tübingen ringen das Zimmertheater und das Landestheater um ihr intellektuelles Publikum – mit Erfolg

AKTEURE
Ulrich Waller Der Name war Programm
Zum Tod der Schauspielerin Monica Bleibtreu

Michael Laages Der Wahnsinn des Alltags
Ein Spätberufener: der Schauspieler Wolf List, z.Zt. Hannover

CHRONIK
Heidelberg Friedrich Schiller «Wallenstein»
Düsseldorf Boris Vian «Die Reichsgründer»,
Rimini Protokoll «Der Zauberlehrling»
München Helmut Krausser «Eros», Esteve Soler «Gegen den Fortschritt»
Hamburg Heinrich von Kleist «Das Käthchen von Heilbronn»
Konstanz Lukas Holliger «Menschliches Versagen»
Nürnberg Friedrich Schiller «Maria Stuart»

DATEN

Premieren im Juli · · Suchlauf – Programmhinweise

MAGAZIN
Das 10. Deutsche Kinder- und Jugendtheatertreffen in Berlin · · Ein Pasolini-Projekt in Bologna · · Peter Stein inszeniert Dostojewski auf seinem italienischen Landsitz · · Das Düsseldorfer FFT begeht seinen zehnten Geburtstag mit einem Monat Fernseh-Reenactment · · Gegenkritik: Barbara Mundel und Josef Mackert

VORSCHAU|IMPRESSUM

Das Stück
Arschblau für immer

Dirk Lauckes neue Auftragswerke hadern mit der Heimat: «Der kalte Kuss von warmem Bier» (der vollständige Stückabdruck liegt diesem Heft bei) handelt von deutschen Soldaten, «zu jung zu alt zu deutsch» vom Erbe des Holocaust. Uraufführungen in Heidelberg und Osnabrück

VON EVA BEHRENDT

Es entbehrt nicht der Ironie, dass Dirk Lauckes jüngste Auftragswerke in besonders vorbildlichen westdeutschen Städten das Licht der Bühnenwelt erblicken.Das romantische Heidelbergmag eineTouristenfalle sein, andiesem Mai-Abend wirkt es wie ein Treffpunkt der Kulturen. Und Osnabrück, das sich «Friedensstadt» nennt, als sei derDreißigjährigeKrieg erst gestern zu Ende gegangen, hat direkt neben das Emma- Theater einen Daniel-Libeskind-Bau gestellt, der dem in Auschwitz ermordeten Maler Felix Nussbaum gewidmet ist. Als gälte es nun, Heidelberger und Osnabrücker daran zu erinnern, dass ihre adretten Gemeinwesen nur eine Seite der Medaille repräsentieren, entführt der 27-jährige Stückeschreiber sie in deutsche Milieus, deren Existenz noch nichtmal privatfernsehtauglich scheint. ZumBeispiel inswahnhafteKopfkino der ehemaligen Soldaten Richard und Maik, die halb versehentlich und doch alles andere als zufällig in einer Kneipe ein Geiseldrama entfachen. Oder ins historisch kontaminierteUmfeld vonOpa Karlchen, der frühermal bei der SS war und heute abwechselnd von nebenverdienstwilligen Putzfrauen und aggressiven Antifa-Enkeln Besuch erhält.

Mehr als Punkrock-Attitüde?
Vor zwei, drei Jahren landete Lauckemit seinemdramatischen Road-Movie «alter ford escort dunkelblau» einen ersten großenCoup.Das Stück über drei Leergutstapler, die aus der Getränkegroßhandelstristesse ausbrechen wollen, wurde mit dem Kleistförderpreis (2006) prämiert, zum Stückemarkt des Theatertreffens und schließlich nach Mülheim (2007) eingeladen. Lauckes heilloseHelden kommunizierten darin in einer rohen, frotzelnden, Endsilben verschluckenden Panzersprache, hinter deren trockenemWitz ihreVerletzungen zunächst kaumsichtbarwerden: ein neuer, der prolligenWirklichkeit abgelauschter, dabei betont kunstlos verdichteter Ton, der seine Sprecherweder beschönigte noch verurteilte. Seit Laucke imvergangenenJahr seinStudiumanderUdK Berlinabgeschlossenhat, sind schondreiAuftragswerke enstanden, das nächste ist bereits inArbeit.
Als die Mauer fiel, war Dirk Laucke, aufgewachsen in Halle, sieben Jahre alt. Die Wende ist, wie er im TH-Porträt vor zwei Jahren (s. TH 5/07) erzählte, nicht spurlos an seiner Familie vorbeigegangen: Sein Vater war NVA-Soldat; in der Blutplasmaspende, wo Gitte aus «zu jung zu alt zu deutsch» alsReinigungskraft arbeitet, hat auch seine Mutter geputzt. Dirk Laucke selbst, auf Fotos ein eher zarter jungerMann, istwenigerDDRals Punkrock- undAntifa-sozialisiert.Aus seinem «kaum beschreibbaren Ekel vor Deutschland», wie er im Osnabrücker Programmheft schreibt, speist sich anscheinend das Auftragsstück – wobei er darin die szene-konformeAttitüde zumAnlass nimmt, um das Verhältnis der zweiten, dritten Generation zur Nazizeit auszuloten.
Die alleinstehende Gitte hat ein Alkoholproblemund einen Putzjob in einer «Blutbank».Weil das Geld nicht reicht, schrubbt sie auch noch bei Opa Karlchen – in Reizwäsche. Sie träumt vom Auswandern: «Lissabon, hab ich gedacht, Lissabon und alles ändert sich. Lissabon hat neonbunteNächte und schneeweißeHäuser,GesichtRichtung Meer.» Vorerst aber teilt sie ihre Jobs mit Sascha. Die junge ukrainische Mutter ohne Arbeitserlaubnis hat erst kürzlich herausgefunden, dass sie jüdischer Herkunft ist und blickt seither mit Argwohn auf die neueHeimat und ihre nicht ganz selbstlose Wohltäterin.

Nazi-Opa hält alle zusammen
Das Putzenfrauenduo verschränkt Laucke im dynamischen Wechsel mit einer verzweifelten Dreiecksgeschichte: Micha, der sich seit seinem letzten Knastaufenthalt vollmundig Roy Lustgarten nennt, wurde einst von einem Klassenkameraden ausgerechnet beimWandertag im KZ Dachau zusammengeschlagen. Seither hasst er Deutschland so inständig, wie er die Metal- Rocker von Motörhead verehrt. Frisch aus dem Gefängnis entlassen, trifft der selbsternannte Nazijäger seine Exfreundin Lydia, die ihremerschreckend normalen Freund Jens übermfünften Bier erzählt, dass sie ein Kind von ihm erwartet. Im Amphetaminrausch schlägt Roy Jens gleich mal zwei Zähne aus, nähert sich ihm später aber darüber an, dass auch er schonmal beinahe und gerne Vater geworden wäre, wenn Lydia nicht abgetrieben hätte.Und dann ist da noch ihrNazi-Opa, dessen Geld sie damals nicht annehmen wollte und der zum Schluss beide Handlungsstränge miteinander verbindet.
Auch wenn im Laufe des Stücks jede Figur ihre Haltung zur Nazigeschichte mehr oder (oft) weniger reflektieren muss, auch wenn von der ritualisierten Erinnerungskultur bis zur prekären ökonomischen Lage von Migranten und der sogenannten Unterschicht diverse Deutschlandhassgründe gestreift werden: Eine analytische Bestandsaufnahme wird nicht daraus. Schließlich könnten dieselben Ursachen auch konträre Wirkung und den strammsten Patriotismus bedingen. Auch seiner eigenen Wut – die sich laut Laucke in Roys Figur spiegelt – kommt er nicht wirklich auf die Spur. Immerhin nutzt er sein Personal, um sie zu relativieren: Während der zugedröhnte Roy sich nicht nur mit seinen Mackersprüchen amlaufenden Band disqualifiziert, darf Langweiler Jens auchmal dieDeutschlandfahnen beimFußball verteidigen, bevor er resigniert aufzählt, wie viele deutsche Unternehmen wir trotz deren einstiger Ausbeutung von «Zwangis» heute noch mit unserem Konsum unterstützen.

Arschblau für immer
Die Uraufführungsregie von Jens Poth aber setzt ohnehin ganz auf die zwischenmenschlichen Konflikte. Mit größter Selbstverständlichkeit und in zügigem Tempo erzählt Poth die beiden Parallelhandlungen, unterstützt von geschickten Lichtwechseln in SimoneWildts wild tapeziertem Guckkasten, aus demeine nicht allzu anspielungsreiche Rampe nach backstage führt. Das Ensemble klopft Lauckes derbe Sprüche, alswären es seine eigenen, und entgeht der Versuchung, die Figuren zu karikieren. Richard Barenbergs nassforscher Roy mit Lemmy-von-Motörhead-Bart droht diese Gefahr noch amehesten, FriedrichWitte als Jens hält sich zurück, und Julia Köhns Lydia schwankt lange gehetzt zwischen den beidenKandidaten. Als sie sich endlich entschieden hat, verliert sie das Baby. Nicole Averkamps Gitte und die Sascha von Katharina Quast vertiefen das lustig klischierte Spiel «gewiefte Putzfrau trifft unschuldigeMigrantin » inRichtung komplizierte Frauenfreundschaft – die jedoch, alsOpa KarlchensHerz versagt, auseinandergeht.
Sieger zumindest seiner Geschichte bleibt Roy, der in Indonesien landet und sich daran ergötzt, Sextouristenmit zugestecktenHeroinpäckchen in die Scheiße zu reiten. Vielleicht ist dies die entscheidende Stelle, an dem der Faschobekämpfer sein eigenes Faschopotenzial zeigt. Vielleicht aber auch nur der Anlauf zum letzten Kalauer: «ich fahr zurück in die strandkneipe am ozean. der is arschblau. wie ich. für immer.»

Unpopuläre Täter
«Soldaten sindMörder», stellteKurt Tucholsky 1931 in der «Weltbühne» fest. Seither ist der juristisch immer wieder umstrittene Satz ungeachtet veränderter politischer Systeme zur Parole von Antimilitaristen und Friedensaktivisten geworden. Auch Yvonne, die Geisel genommene Wirtin aus «Der kalten Kuss von warmem Bier», beschimpft damit ihre Peiniger, und trifft so die harten Kavaliere, die ihr doch nur beistehen wollten, an einemempfindlichen Punkt: «was ist das für ein verlogener mist, danach zurückzukommen und einen auf existenzielle Erfahrung zu machen. ihr seid ja so geil aufs schießen (…) ihr seid ja so geil aufs mannsein.» Wo «zu jung zu alt zu deutsch» auch ein Stück über die Opfer physischer oder struktureller Gewalt ist, interessiert sich «Der kalte Kuss von warmem Bier» für Täter – auch wenn sich schnell herausstellt, dass dies den Opferstatus nicht ausschließt.
Dirk Laucke nimmt damit einen Stoff ins Visier, der in Deutschland derzeit frappierend unpopulär ist: Weder die Veteranen jüngster Kriegseinsätze noch dieMauerschützen (mit ihren insgesamt immerhin tausend Opfern) an der deutsch-deutschen Grenze haben bislang ein nennenswertes literarisches Echo gefunden. Laucke spannt sogar beide zusammen ohne NVA und Bundeswehr ausdrücklich zu parallelisieren. Auch hier verwendet er autobiografischesMaterial über denVater und hat außerdem richtig recherchiert: Ein Schulfreund, der inzwischen als Ausbilder bei der Bundeswehr arbeitet, hat ihn mit einem Afghanistansoldaten zusammengebracht, dessen Erzählungen Laucke literarisch verwendet.
«Der kalteKuss» beginnt inderEntzugsklinik. Dort stellt sich Maik, einst Grenzsoldat bei der NVA, als Hänger vor, der sich zu sozialistischen Zeiten intensiv auf die andere Seite des Minenfeldes, zu den nacktenHanfbauern undWesthippies der BRDhinübergeträumt hat. Trotzdemverfolgt ihnder «Stacheldrahtmann», einbeimFluchtversuch ermordeter Kollege, den er zwar nicht erschossen, aber doch verraten hat. Richard ist eine Generation jünger und war freiwillig im Dienst vonTerrorbekämpfung und demokratischemAufbau amHindukusch. SechsMonate nur, umsich das Geld für die eigene Hochzeit zu verdienen. Seit seinerRückkehr liegendieNervenblank.Zum Beispiel, als er imletzten Silvesterböllerhagelmit dem Auto in eine Menschenmenge hineinrast und zwei Personen «erwischt»: «ich habmich nie erkundigt, ob die jetzt tot sind oder was.»

Mission in schlichtender Absicht
Nach starkem Intro hetzt Laucke die beiden kaputten Underdogs nach geradezu klassischen Komödienregeln aufeinander. Sein schrägesDuo schiebt sich nämlich nicht nur gemeinsamzwecks Therapiesabotage wodkagetränkte Tampons in den Allerwertesten, es bricht auch bei nächstbester Gelegenheit aus der Klinik aus. Schon in der ersten Rollerkneipe wollen die beiden in schlichtender Absicht in einen Ehekrach eingreifen – und sorgen dafür, dass der Konflikt eskaliert: Wirtsfrau Yvonne will die Polizei rufen, als die Gäste ihren prügelnden Mann nicht mehr aus dem Keller lassen wollen. Maik zerstört darauf ihr Handy, fesselt sie und träumt schon vom Mohnanbau, den er nach erfolgreicher Lösegelderpressung mit seinem neuen Kumpel ausgerechnet in Afghanistan betreiben will. Worauf Richard irritiert anmerkt: «ich hab da drogennester ausgehoben.»
Was wie ein Filmskript der Coen-Brothers beginnt, entpuppt sich als Alptraum traumatisierter Militärs. Richard hat ein Déjà-vu nach dem anderen und wechselt, von der Situation überfordert, unberechenbar zwischen extremen Gefühlszuständenhinundher. Aucher träumt vonAusbruch undNeuanfang, allerdingsmit der unterworfenen Tresenkraft. Doch die beißt ihm, als er ihre Fesseln lockert, überraschenderweise kräftig ins Ohr. Waswiederumdazuführt, dass der erprobteBefreier – stetig aufgehetzt von Maik – ihr einen Sack über den Kopf stülpt und unberrscht darauf eindrischt. Am Ende reicht das Geräusch einer einzelnen Rakete «wie ein paar Tage nach Silvester», umRichard in den Selbstmord zu treiben.
Klug balanciert Underdogspezialist Laucke den schwierigen Stoff zwischen Einfühlung in geschundene Soldatenseelen auf der einen und komödiantischer Strukturanalyse auf der anderen Seite. Leider entscheidet dieHeidelberger Uraufführung vonHenning Bock eindeutig zugunsten breit ausgespielter Betroffenheit. Auch wenn die muffigeRedseligkeit vonRonald FunkesMaik das bekannte Bild vomdepressivenOssi zeichnet und Matthias Rotts Richard so sehr Gutmensch ist, dass er noch beim Prügeln sichtlich leidet: etwas mehr von dem lakonischen Humor, den Laucke in den Text hineingeschrieben hat, hätte den beiden traurigen Gestalten nicht geschadet. Auch Simone Mendes Yvonne, die von der aufständischen Gefangenen über die coole Barfrau bis zur konfrontativenMutti allemöglichenRollen durchspielt, undNatanael Lienhard als unterbeschäftigter Stacheldrahtmann können daran nichts ändern. Nina Zollers Bühnenbild setzt sogar noch eineHürde drauf: Es besteht hauptsächlich aus einer brusthohenMauer, die nicht nur einseitig auf Maiks Geschichte Bezug nimmt, sondern auch, von hinten bespielt, seltsame Kasperletheatereffekte hervorruft, ansonsten aber die Spieler einem zu großen Raum aussetzt.
Sind Soldaten jetzt Mörder oder nicht? Bei Laucke dürfen die Männer sich wehren: «ich bin kein mörder», sagt Richard, «soll ich dir sagen, wer mörder sind. es gibt leute, denen ist scheißegal, wer und wie viele drauf gehen.» «er ist kein mörder», verteidigt ihn auch Maik, der sich seinerseits ja als solcher fühlt und in einer letzten tragikomischen Volte nicht wie bislang nur vom Stacheldrahtmann, sondern auch noch vomtoten Richard verfolgt wird. So ist am Ende etwas Erstaunliches passiert:Dirk Laucke hat sich, seinem Ekel vor Deutschland zum Trotz, zum kritischen Anwalt seiner Verteidiger gemacht.
Der Name war Programm
Nachruf 07.09 Rückblick auf ein bewegtes Leben:
Monica Bleibtreu als Jüdin Rose im gleichnamigen Monolog von Martin Sherman, 2002 an den Hamburger Kammerspielen

Liebe Moni,
die Nachricht von DeinemTod hatmich in Berlin auf der Probe zu einem Mörderinnenstück erreicht, das Du selbst gerne noch gespielt hättest: «Arsen und Spitzenhäubchen». Und wir haben sofort aufgehört, weiter darüber nachzudenken, wie man am elegantesten alte Männer ins Jenseits befördert und haben das Glas auf Dich erhoben. Ein alter Mann war die letzte Rolle, mit der Du Dich von der Bühne verabschiedet hast, der erfolglose SchauspielerUlrich Bunzel, der nicht einmal mehr sein Leben selber spielen darf, weil der Brandauer damit besetzt wurde.
Klaus Pohl hat «Nachtgespräche mit meinem Kühlschrank» für Dich geschrieben, und es ist gespickt mit autobiografischen Details Deiner Theaterkarriere. Jetzt,woDu nichtmehr da bist, ist es gar nicht so einfach, die zu rekonstruieren, denn anders als der deutsche Film, der Dich bei Deiner Beerdigung so eindrucksvoll betrauert und ganz für sich reklamiert hat – ja,man hatte bei der Lektüre der vielenNachrufe auf Dich den Eindruck, vor Deiner steilen Filmkarriere ab 1998 habe es Dich als Schauspielerin gar nicht gegeben –, hat das Theater naturgemäß nicht sehr viele Zeugnisse.
Dabei kommstDu aus einer Theaterfamilie.Dein Vater,mit dem schönen Namen Renato Attilo, betrieb ein kleines privates, immer kurz vor dem Bankrott stehendes Zimmertheater in Mödling bei Wien. Deine Verwandte Hedwig Bleibtreu war Burgtheaterstar. Und für Deinen Vater war schon vor Deiner Geburt klar, dass Du Schauspielerin werden solltest undmindestens so erfolgreich wie Hedwig. Du wärst, so hast Du das selbst erzählt, lieber Kinderkrankenschwester oder Ärztin geworden, aber im Garten des Theaters musst Du vom Theatervirus infiziert worden sein, denn irgendwann konntest Du die Dialoge der Schauspieler Deines Vaters besser als sie selber. Mit sechzehn bist Du dann von zu Hause abgehauen und nach Hamburg gegangen, in die Stadt, die Deine zweite Heimat werden sollte, um nicht weiter für die Schulden Deines Vaters arbeiten zu müssen, und hast in den Hamburger Kammerspielen bei Eva Fiebig privat Schauspielunterricht genommen.DeinemVaterwar dieseAusbildung zu wenig, und so bist Du anschließend noch auf das Max- Reinhardt-Seminar inWien gegangen und hast dann an der Burg und in Bonn debütiert, um 1966 in Hannover zu landen, bei der jungen wilden Truppe, die Franz Reichardt um sich geschart hatte, mit Barbara Nüsse, Marlen Diekhoff, Matthias Fuchs, Hermann Treusch und Volker Lechtenbrink,mit demDu Romeo und Julia gespielt hast. Sehr zum Missfallen der örtlichen Presse, die sich an Deinem «negroiden Aussehen» störte. Fritz Zecha und Herbert Kreppel waren die wichtigen Regisseure, Wolfgang Bauer («Early Morning») und Peter Handke («Publikumsbeschimpfung») die Dir wichtigen Autoren.
Das Stadttheater hatDich nicht halten können.Deine Sehnsucht ging schon damals inRichtung selbstbestimmtesArbeiten undVolkstheater, und so hast Du mit Hans Brenner Ende der 60er Jahre in München eine freie Gruppe gegründet, die sich hauptsächlich um Stücke des damals noch unbekannten Kroetz gekümmert hat.
Den Versuch eines Theaterkollektivs an der Schaubühne um Peter Stein hast Du genau ein Stück lang ausgehalten («DieMutter», mit der von Dir so verehrten Therese Giehse), dann musstest Du wieder gehen. Angeblich hat es Stein nicht gepasst, dass Du immer mit Bier auf die Ensembleversammlungen gekommen bist. Angela Winkler wurde dann als Deine Nachfolgerin engagiert.
Du bist zurück nachMünchen zu Brenner und Ruth Drexel und hast ein Volkstheater mitbegründet, das Karl Valentin als Hausautoren hatte. In die Zeit fällt die Geburt Deines SohnesMoritz und Dein erster großer Erfolg im Film: «Die goldene Kamera» für die Rolle eines Fürsorgezöglings in der Serie «Der Kommissar».
Ivan Nagel hatDich dann ansHamburger Schauspielhaus geholt, aus demDu 1978mit großemKrach wieder ausgestiegen bist, umes wieder mit einer freien Gruppe zu versuchen. Für «Die Zofen» (mit Elke Lang) hast Du in einer alten Druckerei extra eine freie Spielstätte eröffnet. Bei «Mozart und Salieri» hast Du, nach dem Ausstieg Deiner Partnerin Sabine Andreas, einen Tag vor der Premiere die Rolle des Salieri gleichmit übernommen. Dein SohnMoritz verkaufte die Karten in den Katakomben der Hamburger «Markthalle». Ab fünf Zuschauern wurde gespielt, was oft nicht einfach zu erreichen war.

In der Zeit sind wir uns das erste Mal begegnet, in einem Kellerloch, das «Das Dorf» hieß, eine berüchtigte Schauspielerkneipe in der Langen Reihe, in der Du dann bis kurz vor Deinem Tod gewohnt hast. Du warst die Königin der Zocker und keinem Rausch abgeneigt und oft sehr böse über die Welt, das Theater und das Leben.
Dein Sohn hat bei Deiner Beerdigung in seiner mutigen Rede diese Zeit eindrucksvoll beschrieben.Du seist oft nachHause gekommen und hättest ihn ausgeschimpft, ohne ersichtlichen Grund. Aber spätestens eine halbe Stunde später seistDu dannwieder aufgetaucht, bei ihm im Zimmer, um zu erklären, warum Du das gemacht hättest, was Dir passiert sei, warum Du schlecht drauf wärst, und ihm, der das in dem Alter oft nicht verstand, so die Welt erklärt hättest. Irgendwann bist Du zurück ans Schauspielhaus, hast in einer bemerkenswerten «Stella» von Frank Castorf gespielt und bist in die Baumbauer-Zeit hineingerutscht. Unvergesslich vor allem in zwei Jelinek-Aufführungen: «Wolken.Heim.», inszeniert von JossiWieler, und «Stecken, Stab und Stangl» in der Regie von Thirza Bruncken. Du hast mit Deiner Sprachmelodie diese Stücke in Hamburg erst geerdet. Aber die Auftritte wurden weniger, die Zeit des Wartens in der Kantine länger, trotz Deines Debüts als Sängerin in Franz Wittenbrinks legendären «Sekretärinnen».
Und dann hat man Dich – im Nachhinein muss man sagen: klugerweise – vor der Unkündbarkeit und dem direkten Weg zur Pensionierung bewahrt und Dich noch mal ins Leben hinausgestoßen. Da begann Deine Karriere im Film mit «Lola rennt» an der Seite Deines Sohnes Moritz.
So ein Comeback hat es für eine gestandene und zuUnrecht fast vergessene Schauspielerin selten gegeben.Und plötzlichwar sieweg, die Angst vor demErfolg, die Scheu, erfolgreicher zu sein als der immer erfolglose Vater, denman nicht überholen wollte. Der Erfolg war plötzlich nicht mehr nur für die anderen da. Dein Sohn hat Dir da den Weg gewiesen.
Und wie Du es genossen hast und trotz der steilen Karriere bescheiden oder, wie Dein Freund Bierbichler gesagt hat, Dir treu («Bleibtreu, der Name war doch Programm») geblieben bist. In der Arbeit wie im Leben, immer auf der Suche nach der Wahrheit, nach dem direkten Ton, ohne Pathos, ohne Verstellung und ganz gegen DeineHerkunft: ohneWiener Schmäh.Das hatDeine Figuren auf der Bühne so besonders gemacht. Wir werden sie vermissen, wie Dich und Deine Neugier, die Dich auch trotz der Krankheit immer angetrieben hat, noch was zu entdecken, was Du nicht kanntest. Wie zuletzt nach einer Vorstellung von Josef Hader bei uns, als Du ihn gelöchert hast, wie er das mache, so unverschämt mit dem Publikum zu spielen. Er hat es Dir verraten: Denk Dir einfach, das Publikum sitztmit Dir imZimmer, und Dein Bunzel hat davon sofort profitiert.
Klaus Pohl, den Du immer liebevoll «meinen Dichter» genannt hast, nachdem er Dir im Drehbuch zu «Abschied – Brechts letzter Sommer» die Rolle der Helene Weigel auf den Leib geschrieben hatte, hat für unsere Abschiedsmatinee einen Brief geschickt, in dem er noch mal Deine Kunst beschrieben hat. Ich darf Dir ein bisschen daraus vorlesen.

Monica Bleibtreu gehörte zu jenen Schauspielerinnen, die ihre Kunst ganz aus der Scheu, aus der Scham, gewissermaßen aus derVerlegenheit ihrenFigurengegenüber entwickelthaben.Dieses stille Geheimnis kam ihr dann beim Film sehr zugute. Sie kroch hinein und verschmolzmit den Figuren, die sie zu spielen hatte. Ihre Neugier war von unbeschreiblicher Vorsicht. Die erste Begegnung mit einer Rolle und deren fortschreitende Durchdringung war ein Akt der äußersten Feinheit beiMonica, eine Operation der genialsten Diskretion.
Ein auflösendes Hineinverschwinden in ihre Figuren versuchte sie, nur keine Beschädigung. Dazu gehörte auch die Phase, wo sie scheinbar alle Diskretion außer Acht ließ. Wo sie um alles stritt, wo sie sich ihre Haare blau färbte, es war die wilde Zeit. Selbst diese wilde Zeit war in ihremtiefsten Inneren der Versuch zu einer berührungslosen Berührung mit der Rolle zu gelangen, Durchdringung ohneVerletzung, derVersuch, ohne Schnitte, ohneWunden zu schneiden, ohne Verletzung in das Innerste einer Figur zu gelangen.
AmSchluss – in ihren Filmrolle alsHeleneWeigel in «Abschied», Schüttes Film über Brechts letzten Tag im Jahr 1956 – aber auch als der kleine Unglücksvogel Ulrich Bunzel gelang ihr das ganz einfach und ohne Anstrengung.
Plötzlich hatte sie ihren Königsweg zu einer Figur gefunden. Ihr Spiel am Schluss, in den letzten Vorstellungen, war leicht und ganz einfach. Und was sie am glücklichsten machte, das war die Entdeckung, dass sie sich gar nicht auflösen musste, dass sie nicht verschwinden musste, um zu ihrer Rolle zu gelangen, dass sie als sie selbst, als Monica Bleibtreu die Rolle verkörpern kann.
Die komplizierten Operationen waren abgeschlossen. Ohne ihrer Figur zu nahe zu treten, nahm sie sie mit auf die Bühne – und dann stand sie da und war mit ihrer Rolle ganz intim und allein und zugleich unglaublich präsent.
Moncia Bleibtreu war – ist gewesen – ein einsamschöner, unvergesslicher Narr, der dem Schmerz Schönheit und Lachen abrang in einem nicht und niemals zu gewinnendem Zweikampf mit dem Tod.»

Neben Deiner Filmkarriere, die mit der «Mann-Saga» von Breloer und Königstein einen ersten Gipfel erreichte und für Filme wie «Marias letzte Reise» von Rainer Kaufmann und «4Minuten » vonChrisKrausmit Preisen gepflastertwurde, hastDu das Theater aber nie ganz aus den Augen verloren. Wie Du auch am Set immerWert drauf gelegt hast, dass Du eine ausgebildete Theaterschauspielerin seist neben all den gecasteten Sternchen.
An den Hamburger Kammerspielen kam 2002 «Rose» von Martin Sherman heraus, unvergesslich der Monolog einer Shiva-sitzendenÜberlebenden des Warschauer Ghettos, mit der Du durch die ganze Republik getourt bist. Am St. Pauli Theater dann 2004 «Sechs Tanzstunden in 6 Wochen» von Richard Alfieri zusammen mit Gustav- PeterWöhler, inszeniert von Horst Königstein, ein unglaublicher Publikumserfolg. Du in der Rolle einer älteren Frau, die noch einmal tanzen möchte, weil sie weiß, dass sie nicht mehr lange leben wird.
Und im Nachhinein erscheint es mir so, als hättest Du auf der Bühne und im Film alles schon einmal probiert und gespielt, was Dir später zustoßen sollte. SowarstDuwenig überrascht und bestens präpariert und konntest Deine Krankheitmit dieser unglaublichenWürde und Gelassenheit ertragen.
Ende April hab ich Dich das letzte Mal gesehen, Du warst schon im Kostüm in der Garderobe bei uns im Theater, in der Maske mit dem schütteren Haar und den Bartstoppeln im Gesicht, und wir haben darüber gesprochen, dass diese Serie nicht der Abschied sein und auch Bunzel wiederkommen sollte. Du hast eher nebenbei über die neuen Attacken dieses Feindes in Dir gesprochen und warst optimistisch wie immer. Nein, unterkriegen lassen wolltest Du Dich nie. Du warst immer eine Kämpferin, die sich das Maul nicht hat verbieten lassen, auch wenn der Preis dafür manchmal sehr hoch war.
Ich stellemir vor, dass Du jetzt wie Dein Alter Ego Rose imHimmel sitzt an dem großen langen Tisch und Dir alle langen Einführungen und weiteren Rückblicke auf Dein Leben verbittest, sondern einfach nur wissen willst, wie’s weitergeht da oben.
Premieren
AALEN, THEATER DER STADT
Kasse: 07361/522 600
4. Hillern, Die Geierwally
R. Ingmar Otto
9. Shakespeare, Romeo und Julia
R. Nina Sahm
18. Kelly, DNA
R. Jakob Strack

ANNABERG, EDUARD-VON-WINTERSTEINTHEATER
Tel.: 03733/13 01 216
16. Strahl, Karl Stülpner, Wildschütz
und Deserteur
R. Peter Lüdi

AUGSBURG, THEATER
Kasse: 08 21/324 49 00
4. Greiffenhagen, Comedian Harmonists
R. Adriana Altaras

BERLIN, KOMÖDIE
Kasse: 030/885 911 88
19. Arnold & Bach, Die spanische Fliege
R. Jürgen Wölffer

BERLIN, SCHAUBÜHNE
Tel.: 030/89 00 23
4. Die Zwiefachen, Meine Lieder
singe ich
(Projekt, U)
R. Uta Plate

BERLIN, THEATER AN DER PARKAUE
Kasse: 030/55 77 52 51
12. Ionesco, Josette und ihre Eltern
R. Sascha Bunge

DÜSSELDORF, KOMÖDIE
Kasse: 02 11/32 51 51
15. Hopwood, Der Mustergatte
R. Jürgen Wölffer

FÜRTH, STADTTHEATER
Kasse: 0911/974 24 03
16. Theater Jugend Club, Credo
R. Johannes Beissel

GREIFSWALD, THEATER
VORPOMMERN

Kasse Greifswald:
03834/572 22 24
11.Maar, Eine Woche voller
Samstage
R. Matthias Nagatis

HAMBURG, KAMMERSPIELE
Tel.: 040/44 123 667
12. Loeffler, Pasta e basta (U)
R. Dietmar Loeffler

HAMBURG, ST. PAULI THEATER
Kasse: 040/4711 0666
9. Thorsson, Hi Dad, Hilfe. Endlich
Papa (DE)
R. Esther Schweins

HEIDELBERG, THEATER

Kasse: 06221/58 200 00
3. Kleist, Amphitryon
R. Simone Blattner

HEILBRONN, THEATER
Kasse: 07131/563 001
11. Goethe, Faust I
R. Alejandro Quintana

HOF, THEATER
Kasse: 09281/70 70 290
3. Rheinberger, Das Zauberwort
R. Andrea Mellis

JENA, THEATERHAUS
Kasse: 03641/886 944
9. Schiller, Wilhelm Tell
R. Markus Heinzelmann

KASSEL, STAATSTHEATER
Kasse: 0561/10 94 222
2. Kricheldorf nach Shakespeare,
Ein Sommernachtstraum
R. Volker Schmalöer

KONSTANZ, STADTTHEATER
Kasse: 07531/900 150
3.Wyrypajew, Valentinstag
R. Tatjana Rese
4. Theobalt nach Guareschi,
Don Camillo und Peppone
R. Christoph Nix

MANNHEIM, NATIONALTHEATER
Tel.: 0621/16 80 150
4. Lecture Performance nach Eggers,
What is the what (U)
R. Christiane J. Schneider

MAßBACH, FRÄNKISCHES THEATER
Kasse: 09735/235
7.Maar/Lewandowski, In einem
tiefen dunklen Wald
R. Thomas Klischke

MÜNCHEN, BAYERISCHES
STAATSSCHAUSPIEL

Kasse: 089/21 85 19 40
3. Schiller, Turandot
R. Jens-Daniel Herzog

MÜNCHEN, KOMÖDIE
Kasse: 089/29 28 10
8. Barylli, Honigmond
R. Gabriel Barylli

REGENSBURG, THEATER
Kasse: 09 41/507 24 24
3. Ebel, Westindische Früchte
R. Susi Weber

STUTTGART, SCHAUSPIELBÜHNEN
Tel.: 0711/226 55 05 + 227 70 22
11. Schiller, Die Räuber
R. Anja Junski

STUTTGART, STAATSTHEATER
Kasse: 0711/20 32 220
4. Strauß, Trilogie des Wiedersehens
R. Friederike Heller

TÜBINGEN, ZIMMERTHEATER

Tel.: 07071/92 730
17. Ghelderode, Die Ballade vom
großen Makabren
R. Robin Telfer
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Wengierek, was guckst du? 42
Donnerstag ist Wengierek-Tag: Diese Woche guckt R.W. einen klimatisierten Jochen Busse und einen Opern-Sommerschlussverkauf. ...
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Historisches Understatement
Theater-Legende Fritz Kortner starb heute vor 40 Jahren. Erst 2005 wurde seine selbst eingelesene Autobiographie entdeckt. ...
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Mehr Demokratie wagen?
Warum eigentlich «wagen»? Gefährdet die Demokratisierung die Demokratie? Eine Übersicht über die «Theater heute»-Debatte. ...
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Wengierek, was guckst du? 39
Donnerstag ist Wengierek-Tag: Diese Woche guckt R. Wengierek lila Wolken über Poznan. ...
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Was ist eine Hemmschwelle?
Johan Simons, neuer Intendant der Kammerspiele, erklärt, warum er mit München ein gutes Gefühl verbindet. ...
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Wengierek, was guckst du? 41
Donnerstag ist Wengierek-Tag: Diese Woche guckt R. W. das herzige Peterle - und knuddelt den Sommernachts-Cocktail in Dessau. ...
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