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Das Stück
MEIN BEUSCHEL IST SINNLOS

25 Bücher in zehn Jahren, zehn Stücke in fünf Jahren:
Über den oberösterreichischen Sprachtriebtäter und Vielschreiber Franzobel und sein neues Drama «Mayerling», uraufgeführt am Wiener Volkstheater

Von Wolfgang Kralicek


Am frühen Morgen des 30. Jänner 1889 drangen zwei Schüsse aus dem kaiserlichen Jagdschloss in Mayerling bei Wien. In dem von Pulverschmauch erfüllten Schlafgemach des Kronzprinzen Rudolf fand man dessen leblosen Körper und die Leiche einer Baronesse namens Mary Vetsera. Vermutlich hatte Rudolf zuerst Mary und dann sich selbst erschossen. Weil Kaiser Franz Josef umgehend alles unternahm, um die allerletzte Eskapade seines Problemsohnes zu vertuschen, liegen die näheren Umstände der Verzweiflungstat im Wienerwald bis heute im Dunkeln; die Palette der Legenden, die sich um das Rätsel von Mayerling ranken, reicht vom Liebesdrama bis zum politischen Mordanschlag.

Die erste künstlerische Bearbeitung des Stoffes stammt von einem anonymen Wiener Straßensänger, der die Tragödie noch im selben Jahr in einem rührseligen Spottlied («Im grünen Wald von Mayerling») besang. Die bislang jüngste Adaption stammt vom österreichischen Schriftsteller Franzobel, der im Auftrag des Wiener Volkstheaters ein Stück namens «Mayerling – Die österreichische Tragödie» geschrieben hat. Aber Franzobel ist nicht Rolf Hochhuth, und «Mayerling» ist kein Historiendrama, in dem ein lang gehütetes Rätsel gelüftet wird. Franzobel benützt die k.u.k. Geschichte als Zündkerze für seinen mit einem Gemisch aus Poesie und Witz betriebenen Sprachmotor, der abwechselnd tieftraurige Sätze und hellen Blödsinn ausspuckt. «Es war sehr schön, es hat mich apropos gefreut. Im übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss. Baba.»

«Rudolf ist ein an den Umständen gescheiterter tragischer Held, eine kafkaeske Figur, dessen Tragik wohl vor allem darin besteht, dass er wie Joseph II. seiner Zeit voraus war», schreibt der Autor in einem Programmheft-Text zur Uraufführung. «Beide hatten kluge europäische Ideen, mit der heutigen EU durchaus vergleichbar. Beide sind am Nicht-Regieren-Dürfen zugrunde gegangen.» Franzobels Rudolf ist ein Träumer, der nach Südamerika durchbrennen will («Wie die Vögel werden wir dort leben, frei und unerkannt und ohne Zeremonien»), eigenwillige Theorien vertritt («Der Mond ist Eis. Pures weißes Eis. Himmelsrichtungen gibt es fünf») und in Untergangsphantasien schwelgt: «Mit mir beginnt der Fin de siècle.»

Nein, für die Geschichte der Habsburger habe er sich eigentlich nie sonderlich interessiert, sagt Franzobel im Gespräch wenige Tage vor der Premiere. Aber als der Volkstheater-Dramaturg Karl Baratta in einem Kaffeehaus-Gespräch einmal beiläufig erwähnte, dass Mayerling doch ein Thema für ihn sei, habe ihn der Gedanke nicht mehr losgelassen. «Zum Motiv Tod habe ich schon eine starke Beziehung; die Österreicher sind ohnehin alle so Selbstmörder.» Außerdem bereite es ihm prinzipiell Spaß, sich mit Stoffen auseinanderzusetzen, die an ihn herangetragen werden. «Mein Eigenes ist sowieso da; ich tu mir relativ leicht, das hineinzuweben.»

Satzkaskaden, Sprachspiele, Klangfarben

Das Eigene, das ist bei Franzobel vor allen Dingen die Sprache. Mit seiner barocken Lust an verschachtelten Satzkaskaden, exotischen Wörtern und Sprachspielen, mit seinem musikalischen Gespür für Rhythmus und Klangfarben steht Franzobel in einer zutiefst österreichischen Literaturtradition, die von Johann Nestroy über Fritz von Herzmanovsky-Orlando und die Wiener Gruppe bis hinauf zu Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek und Werner Schwab reicht. «In Österreich gibt es so ein Misstrauen der Sprache gegenüber, weil hier ja kaum jemand richtig Hochdeutsch reden kann, das ist immer so ein Gestammel», erklärt Franzobel das merkwürdig obsessive Verhältnis seiner Landsleute zu ihrer Sprache. «Für mich ist speziell dieses Wiener Umfeld sehr literarisch. Was die Leute hier auf der Straße sagen, das hat schon was sehr Poetisches, oft auch sehr Bühnentaugliches. Davon beziehe ich viele Anregungen.» Den Wiener Aktionisten fühlt sich Franzobel verwandter als der Wiener Gruppe («Ich bin ein Sprachaktionist; das leicht Anarchistische mag ich schon sehr»), und die Texte von Elfriede Jelinek sind ihm so nahe, dass er sie kaum lesen kann. «Da hab ich immer das Gefühl, das könnte von mir sein.»
Der 1967 im oberösterreichischen Vöcklabruck als Stefan Griebel geborene Schriftsteller begann seine künstlerische Karriere als Maler; als solcher legte er sich ein aus dem Vornamen des Vaters (Franz) und dem Mädchennamen der Mutter (Zobel) gebildetes Pseudonym zu, das seit 1995 zu einem der bekanntesten Labels der jüngeren österreichischen Literatur zählt: Mit Auszügen aus seinem heiter delirierenden Prosastück «Die Krautflut» gewann Franzobel vor sechs Jahren beim Wettlesen in Klagenfurt den Ingeborg-Bachmann-Preis – was auch deshalb großes Aufsehen machte, weil er der erste österreichische Preisträger seit fast 20 Jahren war. Eher ungewöhnlich auch, dass die Trophäe einem «experimentellen» Autor zuteil wurde. Als einen solchen kann man Franzobel bis heute bezeichnen; allerdings hat er sich auch den in diesen Kreisen seltenen Ruf eines «lesbaren», weil unterhaltsamen Autors erschrieben. Von Anfang an wollte Franzobel nicht bloß für den «inner circle» der Literatur-Avantgarde – «diese paar Leute, die sich gegenseitig die Bücher verlegen und abkaufen» – schreiben. Andererseits sind Franzobel seine Entertainer-Qualitäten manchmal selbst nicht ganz geheuer. «Wenn Lesungen nur noch in Gelächter ausarten, hab ich ein unangenehmes Gefühl», gesteht er. «Manchmal frage ich mich, ob ich nicht zu viele Kompromisse mache. Aber ein gewisser Humor fällt mir halt nicht schwer – auch auf die Gefahr hin, dass manche Dinge wirklich sehr blöd sind.»

Schreibhemmungslos: 25 Titel in knapp zehn Jahren

Vom Schreiben leben kann Franzobel seit 1991, als er den Max-von-der-Grün-Preis gewann und für ein Jahr Linzer «Stadtschreiber» wurde. An dem für Literatur zur Arbeitswelt ausgeschriebenen Preis nahm der junge Autor mit einem strategisch kalkulierten Text teil. «Ich hab mir angeschaut, wie der Max von der Grün schreibt – Ich-Erzähler, Mitvergangenheit, mitleidhaschende Arbeiterperspektive –, und prompt diesen Preis bekommen.» Als Franzobel den Trick später offenlegte, soll die Jury das gar nicht komisch gefunden haben. In seiner gerade mal zehn Jahre alten Schriftstellerkarriere sind bisher nicht weniger als 25 Franzobel-Titel in den Buchhandel gekommen; von ersten Veröffentlichungen in Kleinverlagen bis zu dem im Vorjahr bei Zsolnay erschienenen Roman «Scala Santa oder Josefine Wurznbachers Höhepunkt», dessen Titelheldin nicht zufällig an Josefine Mutzenbacher aus dem zotigen Wiener Jahrhundertwende-Dirnenroman erinnert. Gemeinsam mit dem Longseller «Die Krautflut» (edition suhrkamp) ist «Scala Santa« das bisher erfolgreichste Buch eines Autors, für den «Schreibhemmung» offenbar ein Fremdwort ist. «Aber ich könnte mir vorstellen, dass ich irgendwann von einem Moment zum anderen sage: Jetzt hab ich alles geschrieben, was ich zu schreiben hab, und dann ist es aus.»

Die ersten Theatererfahrungen des Autors gehen auf die späten achtziger Jahre zurück, als Franzobel zum Studieren (nachdem er auf der Kunstakademie abgewiesen worden war, belegte er Germanistik) nach Wien kam und über einen Freund zuerst Billeteur im Akademietheater und dann Statist am Burgtheater wurde, wo er als Umbaukomparse unter anderem an über 100 Vorstellungen des Thomas-Bernhard-Dramolette-Abends «Der deutsche Mittagstisch» auf dem Lusterboden mitwirkte. Hautnah erlebte Franzobel mit, wie Starschauspieler in der Kantine «auf sehr unangenehme Art» junge Frauen anmachten oder wie die alteingesessenen Ensemblemitglieder gegen Peymann intrigierten – und die gerade erst erwachte Theaterfaszination war auch schon wieder verflogen. (Auch im Volkstheater hat er damals in einigen Stücken statiert – «aber das war noch viel furchtbarer».) Geweckt wurde sie erst wieder, als sich Hans Gratzer, die Autorenspürnase aus dem Wiener Schauspielhaus, beim frischgebackenen Bachmann-Preisträger erkundigte, ob der junge Dichter nicht auch was fürs Theater schreiben wolle.

Das Ergebnis hieß «Das Beuschelgeflecht» und wurde 1996 als Koproduktion von Grazer und Wiener Schauspielhaus uraufgeführt (siehe TH 7/96): eine Stilübung für acht Personen, die von Franzobel mit acht verschiedenen «sprachlichen Devianzen» ausgestattet und um einen Esstisch versammelt wurden, von dem sie sich keineswegs wegbewegen sollten. Er hasse «dieses Hampeln und Strampeln» im Theater, hatte der Autor vor der Premiere in einem Interview verraten – und musste in der Uraufführung (Regie: Thilo Voggenreiter) dann resignierend mitansehen, wie sein Text gnadenlos verhampelt und verstrampelt wurde. «Ein Schock war auch, dass die Schauspieler alles so ausgestellt haben, damit wurde der ganze Sprachrhythmus kaputt gemacht», erinnert sich Franzobel heute an das traumatische Erlebnis. Mittlerweile weiß er, dass der Versuch, Schauspieler «festzunageln», zum Scheitern verurteilt ist. «In ÐMayerlingð ist jetzt viel Bewegung drin. Gestische Tics wären vielleicht eine Möglichkeit, mein Sprachwerk in Gang zu bringen.»

Frühaufsteher am Sprachhobel

Dass sich Franzobel von dem enttäuschenden Debüt nicht nachhaltig verunsichern ließ, zeigt allein die beeindruckende Anzahl der seither entstandenen Dramen: Innerhalb von nur fünf Jahren wurden insgesamt zehn abendfüllende Franzobel-Stücke uraufgeführt – von «Kafka. Eine Komödie» (Mürzzuschlag/Graz 1998) bis «Merzedes stirbt» (Stuttgart 2000, TH 11/00), von der Lessing-Paraphrase «Nathans Dackel» (Linz 1998, TH 1/99) bis zum Phettberg-Monolog «Hermes» (Wien 1999, TH 1/00), von «Volksoper» (Linz 2000) bis «Olympia» (Klagenfurt 2000). Den Output, der nahezu Werner-Schwab-Dimensionen erreicht, erklärt Franzobel damit, dass er das Stückeschreiben zur «Erholung» zwischen längeren Prosaarbeiten brauche. «Ich hab dann oft zwei, drei Sätze im Kopf und denke mir: Jetzt schreib ich g'schwind ein Stück. Ich wache auf in der Früh, werde von irgendeiner Idee überfallen und bin auf einmal mitten in einem Theaterstück, ohne das gewollt zu haben. Das ist eine ganz komische Sache.»

Die Lust am Schreiben ist den Stücken jederzeit anzumerken; dass die Sprache mit dem Dichter immer wieder durchgeht, ist aber auch nicht zu übersehen: Plots, Charaktere und szenische Situationen scheinen Franzobel nicht sonderlich zu interessieren; die sprachlichen Stärken seiner Dramen werden mit dramaturgischen Schwächen bezahlt. «Er könnte jetzt Menschen erfinden, aber die hat er nicht im Angebot», schrieb Andres Müry angesichts der Linzer Uraufführung von Franzobels Backstage-Comedy «Paradies» (TH 1/99) säuerlich; der Kritiker sah vor lauter Kalauern kein Stück mehr – und kalauerte in Notwehr zurück: «Er hat einzig seinen Sprachhobel, und wo Franz obelt, fallen Kalauer.»

Selbstkritisch meint Franzobel, «dass jedes Stück Teil eines Lernprozesses ist – um vielleicht irgendwann richtig gute Stücke schreiben zu können». Selbstbewusst fügt er hinzu: «Ich habe schon das Gefühl, dass meine Sprache eine gewisse Theatertauglichkeit hat.» Am Beispiel seiner Mozart-Bearbeitung «Bibapoh» (nach «Il re pastore») – von deren Uraufführung 1998 im Kasino des Burgtheaters (Regie: Michael Kreihsl und Philip Tiedemann, TH 8-9/98) sich der Franzobel nach Ansicht eines Durchlaufs distanzierte – beschreibt der Autor selbst die verschiedenen Ingredienzien des «Franzobelschen Welttheaters« wie folgt: «Das ist ein Text, der ein bisschen was vom Wiener Volksstück hat, als Anklang mag ich das ganz gern, dann wird es ein bisschen grotesk und ein bisschen absurd, in den Liedern dann wieder ganz schön – und manchmal ist sogar so ein Spritzer Psychologie dabei.»

Bitte anschnallen! Thirza Bruncken inszeniert «Mayerling»

Dass der jüngste Franzobel-Cocktail «Mayerling» der bisher bekömmlichste in seinem ¼uvre ist, liegt zuallererst daran, dass der Autor mit dem tragikomischen Helden Rudolf zum vielleicht ersten Mal eine Rolle geschrieben hat, die mehr ist als bloß eine Trägerrakete für seine sprachlichen Feuerwerke. Im Volkstheater jedenfalls spielt der als Gast engagierte Jörg Pose den Rudolf als filigrane Kunstfigur mit aufwendig gezwirbeltem Schnurrbart, die sich ihren Text mit zart hysterischer Kopfstimme aus dem dürren Körper presst: eine prekäre, spannende Gratwanderung zwischen Melancholie und Schwachsinn, Kleinkind und Größenwahn, Hamlet und Karl May.

Pose als Rudolf ist die Hauptattraktion in der diesjährigen Renommierproduktion des Volkstheaters: Einmal im Jahr leistet man sich hier eine Aufführung, die auf die Bedürfnisse des Abo-Publikums keine Rücksicht nimmt. Dann setzt es auf der großen Bühne ein neues Stück, und für die Regie und die eine oder andere Hauptrolle werden prominente Gäste aus Deutschland eingeflogen. Ziemlich genau ein Jahr nach der Terrorismus-Farce «Das Blut» (Regie: Anselm Weber) wurde für «Mayerling» nun Thirza Bruncken engagiert, die schon mit der Hamburger Uraufführung von Elfriede Jelineks «Stecken, Stab und Stangl» (1996) bewiesen hatte, dass sie auch für österreichische Sprachkunst ein Ohr hat.

Das Bühnenbild (Jens Kilian) ist eine große Hellholzschachtel, die unaufdringlich einen um 180 Grad gedrehten Bühnenkasten darstellt: Die Bühnenöffnung (bei stets geschlossenem Vorhang) befindet sich also im Hintergrund, während die Rückwand dem Publikum als undurchsichtige vierte Wand die Sicht verwehrt – bei Bedarf allerdings heruntergeklappt werden kann. In diesem Bühnenraum auf der Bühne spielen die Szenen in der Wiener Hofburg, hier regiert der – hauptsächlich sexuell motivierte – Aberwitz: Der vertrottelte Franz Joseph (Toni Böhm) quält seine Geliebte Katharina Schratt (Vera Borek) mit seiner Vorliebe für frühmorgendlichen Geschlechtsverkehr und verzweifelt seinerseits am Desinteresse seiner Gemahlin Sisi (Barbara Nüsse), die Ficken für «eine andere Form von Kotzen» hält. Im Unterschied dazu praktiziert Rudolf mit der Edelnutte Mizzi (Anna Franziska Srna) auf einem runden roten Bett ausgefallene Liebesspiele, die vom vertrottelten Kammerdiener Loschek (Heinz Petters) und dem Fiaker Bratfisch (Fritz Hammel) mit Interesse observiert werden: «Tun sie wieder Arschbumsen?»

Die Mayerling-Szenen werden vor der verschlossenen Bühnen-Box gespielt, das Jagdschloss wird mit einem ausgestopften Hirschen herbeizitiert: Hier hat Barbara Nüsse ihren großen Auftritt, wenn sie Sisis grotesken Monolog über Heinrich Heines Bypass-Martyrium spricht (nie war die aufmunternde Floskel «Wird schon wieder!» unglaubwürdiger) und zu deren Illustration stellvertretend Rudolf malträtiert; hier trifft sich der Kronprinz mit seinem Groupie Mary Vetsera (Meriam Abbas) zum vollkommen unblutig inszenierten «Doppelselbstmord», der bei Franzobel einfach so, aus einer von Rudolfs Launen heraus, passiert. Komm, süßer Tod: «Ich will ins Paradies, ins große Kichern», sagt Mary, als sie die Kugel schon im Kopf hat.

Wie der Text ist auch die Inszenierung ein Bastard aus grellen Effekten und stiller Poesie, aus somnambulem Traumtheater und gnadenloser Schmiere. Zur Auflockerung lässt die Regie zwischendurch eine schweinische Sprechnummer von Frank Zappa einspielen, den Kaiser eine Caterina-Valente-Nummer singen und das ganze Ensemble am Ende das Tanzbein schwingen. Und wenn das Stück gar nicht vom Fleck kommt – was auch bei diesem Franzobel-Text immer wieder der Fall ist –, dreht sich die Bühne einfach sinnlos um die eigene Achse.

Nach knapp zwei pausenlosen Stunden hat der von den Toten auferstandene – oder aus einem Alptraum erwachte – Rudolf das letzte Wort: «Fliegen werden wir», sagt er leise. «Wir werden uns erheben und die Welt ganz klein sehen, klein, wie sie auch ist.» Vom Fliegen träumt auch Franzobel, wenn er ans Theater denkt. «In der Prosa stelle ich mir vor, dass so eine Art prosaischer LSD-Rausch abläuft. Im Drama ist meine Vision eher, dass diese Mischung aus Gestik und Sprache irgendwo abhebt. Dass das zu fliegen anfängt.» Fasten your seat belts.
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